Miss Handelt ist ein österreichweites Präventionsprojekt zum Thema geschlechtsspezifischer Gewalt von und für junge Erwachsene. In der ersten Phase haben junge angehende Filmschaffende aus ganz Österreich unter der Anleitung von Elisabeth Scharang, Regisseurin und Drehbuchautorin und Robert Buchschwenter, Filmwissenschafter Drehbücher entwickelt. Über den Sommer wurden die Clips produziert. Das Ergebniss: 12 Videobeiträge, die Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven ansprechen.

Begleitend zu den Beiträgen ist ein Buch entstanden, in dem die Aussagen der Videoclips von Daniela Almer, AÖF und Gerhard Meschnigg, White Ribbon Österreich, diskutiert werden. Romeo Bissuti, klinischer Psychologe und Leiter der Männerberatung Wien hat speziell für den schulischen und außerschulischen Bildungsbereich Arbeitsblätter gestaltet.

Miss Handelt! public video project - DVD mit begleitendem Buch: impliziert die Möglichkeit das Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen auf einer abstrahierten Ebene im Bildungskontext zur Sprache zu bringen.

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Projektteam


Elke Oberleitner
Konzept und Projektleitung
Ich denke, die Videoclips alleine verändern die Welt nicht. Und auch dieses Buch hier nicht. Miss Handelt! hat als Projekt viele Bausteine. Hochschwellig war die Auseinandersetzung für die jungen Filmemacher_innen, die in Wels die Drehbücher erstellt haben. ­Bei der Produktion der Videoclips in den Bundesländern hat sich die Zahl der Beteiligten vervielfacht. Durch die Einbindung von Frauenhäusern und sozialen Einrichtungen vor Ort sind diese in der Situation, über das Projekt und „ihre“ Filmemacher_innen zu berichten. Sie transportieren die spezifische Problematik auf einer abstrahierten Ebene: in der Gewaltpräventionsarbeit im Bildungskontext und medial. Und mit der Einbindung der Kinos erreicht Miss Handelt! zum einen das „unbeteiligte“ Publikum, auf der anderen Seite sind die Credits für die angehenden Filmemacher_innen sehr wichtig.
Die Summe sämtlicher Kommunikationskanäle, die Miss Handelt! anzapft, ergibt, dass eine Menge unterschied­licher Leute mit der Thematik in Berührung kommen.


Robert Buchschwenter
Workshopdesign/Drehbuchentwicklung
Was mich bei der Auseinandersetzung mit solchen Themen immer schon ge­nervt hat, ist die verkopfte Art, mit der Anliegen kommuniziert werden. Für mich war es also wichtig, dass die Kopfarbeit der Auseinandersetzung zwar zugrunde liegt, die Aussagen aber auf teilweise auch mutige Art pointiert sind und letztlich möglichst umweglos irgendwo ankommen, bewegen und hängen bleiben – und zwar so, dass man sie noch eine Zeitlang mit sich herumträgt.
Und es ist für mich in einer solchen Workshop-Situation schon das Wesent­lichste, dass die Messages – wenn man sich einmal bewusst ist, was genau man wem mitteilen will – sehr zugespitzt und präzise gesetzt werden. Nur so können sie Wirkung haben. Und ein bisschen Wirkung sollte schon rauskommen.


Rudolf Agner
Technische Leitung

Ich erinnere mich an meine ersten Reaktionen auf „Gender Mainstreaming“-Bemühungen: Ich befürchtete drohende Sprachverstümmelungen, machte mir Sorgen um die Demokratieverträglichkeit von Quotenregelungen und fragte, ob wir keine größeren Sorgen hatten. Ich zumindest hatte sie. Die Mädchen wirkten ohnehin emanzipiert – nur wenige ließen sich überreden, ihr Leben etwas weniger frei von mir zu gestalten. Warum also Zeit mit „Binnen-I-Tüpfelreitereien“ verschwenden? Die Dauerkrise „Pubertät“ hält Wichtigeres, das es zu lösen gilt, bereit. Asche auf mein Haupt. Seit ich mit Video/Film arbeite, ist mir klar, dass gerade die „kleinen“ Gesten und die unüberlegten Worte große Strukturen offenbaren können. Seit meiner Arbeit an Miss Handelt! ist mir klar, dass kleine Gesten und Worte ausreichen können, um diese Strukturen aufrechtzuerhalten.

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Beiträge von Miss Handelt! waren im Rahmen von „16 Tage gegen Gewalt“ /
24. November bis 12. Dezember 2009 in folgenden Kinos im Vorprogramm zu sehen:

Gartenbaukino / Wien, Moviemento / Linz, Volkskino / Klagenfurt, Cinema Paradiso / St. Pölten, Leo Kino / Innsbruck, Stadtkino / Eisenstadt, Schubert Kino / Graz, Programmkino / Wels

Unser Clip läuft im ORF. Here we go!
ORF 2 08. März / 22:25 Kultur
ORF 1 10. März / 18:20 Vorabend
ORF 1 11. März / 19:55 ZIB 20
ORF 2 12. März / 21:54 ZIB 2
ORF 1 13. März / 13:03 FIS Ski-WC FIN Damen

Und: vom 5. - 19. März in folgenden Kinos
Cineplex + UCI-Annenhof / Graz, Cineplexx / Hohenems, Cinplexx + Metropol / Innsbruck, Cine City / Klagenfurt, Cineplexx + Megaplex / Linz, Diesel Kino / Oberwart, Cineplexx-Airport + Cineplexx-City / Salzburg, Megaplex / St. Pölten, Cineplexx-Wienercity + Lugner-Plex + UCI-MEC + Cineplexx DX + Village Kino + Apollo / Wien, UCI-SCS / Wiener Neudorf

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Miss Handelt wird Ehre zuteil!


Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger, Crossing-Europe Intendantin Christine Dollhofer (Laudatorin), Sarah Ortner (Miss Handelt Redaktion), Reingard Medicus (Miss Handelt Redaktion), Elke Oberleitner (Konzept u. Gesamtleitung Miss Handelt), Rudolf Agner (Filmemacher; techn. u. kfm. Leitung Miss Handelt) Petra Frauenberger (Obfrau Verein REIZEND!)


Pressekonferenz Wien / Auftakt ORF u. Kino Kampagne


Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Maria Rösslhumer AÖF Leitung, Berenice Hebenstreit (Konzept "Kippmomente"), Elke Oberleitner