FEST DER GEFÜHLE
Eine konzertierte Zerlegung des Populären oder: Wie baut man eine heile Welt?

Ein Projekt von REIZEND! in Kooperation mit dem Kulturverein waschaecht.
>>Medienecho



Projektinhalte:

PRODUKTION EINES HITS ÜBER DIE STADT
Mit aufrichtigem Allerwelts-HERZ und ein wenig unpopulärem SCHMERZ.
Gemeinsam mit den beteiligten Künstler_innen haben wir nach Intimitäten in der Stadt gesucht und "Schauplätze der Gefühle" definiert.
>> Songtext "Wös, Wels, Waller"

Wös, Wels, Waller - der Schlagerhit zum Video
Komposition: Andreas Gatterbauer, Petra Linecker, Jörg Pfaffenzeller
Text: Peter Hörmanseder
Arrangement: Andreas Gatterbauer, Petra Linecker
Produktion: Andreas Gatterbauer
Gesang: Petra Linecker
Schlagzeug: Christoph Gatterbauer
Bass: Beate Wiesinger
Keyboards: Andreas Gatterbauer, Christoph Kögler
Gitarren: Michael Shorty Kurz
Trompeten: Alexandra Gläser-Haas
Chor: Tanja Humer, Petra Linecker, Jörg Paffenzeller, Philipp Sikora
Crowd: Sebastian Achleitner, Andrea Bauer, Andreas Bogeschdorfer, Silke Drack, Maria Federmair, Alexandra Gruber, Engelbert Pichler, Frankie Remias, Marianne Remias, Karin Reindl-Schwaighofer, Vera Votzi, Wolfgang Wasserbauer

Präsentation am 14. September bei der Sternstunde der Gefühle.

PRODUKTION EINES MUSIKVIDEOS
Herstellung eines Musikvideos für das im Vorfeld produzierte "one-hit- wonder". Rahmen der (lustvollen) Umsetzung, also der Dreharbeiten sind relevante Schauplätze der Stadt. Es werden möglichst viele Communities (organisatorisch) und Bewohner_innen (darstellend) zur Mitwirkung motiviert.
>> Videclip "Wös, Wels, Waller"
>> Fotos der Dreharbeiten


PRODUKTION EINES BOULEVARDBLATTS – "DIE GANZE WAHRHEIT"
Im Stil einer typischen "Neuen Post" wird ein Magazin produziert. Wieviel "Share of Mind" steckt in uns? Welche Codes werden eingesetzt, die uns selbst bei flüchtiger Betrachtung auf den sozialen Kontext schließen lassen? Gängige Sujets werden analysiert und mit Brüchen neu zusammengesetzt.


STERNSTUNDE DER GEFÜHLE – GEFÜHLSKONZERT IN DEN MINORITEN
14. September 2012 ab 19.00 Uhr

Präsentation des Schlagerhits "Wös, Wels, Waller" inkl. Videoclip
Stimmgewitter Augustin - Hardcore-Schmalz aus Wien
Umfangreiches Rahmenprogramm



DISKURSIV – DISKUSSIONSVERANSTALTUNG "LASS UNS REDEN, SCHATZ!"
25. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Medien Kultur Haus

Eine kritische und erhellende Diskussion über die Welt der Hits und Schlager.
Es diskutieren
Fritz Ostermayer Journalist, Autor, DJ, Musiker
Petra Linecker Sängerin, Cast "Gloria Mey"
Peter Hörmanseder Mitglied des Kollektivs maschek., Textautor "Wös, Wels, Waller"
und Mitwirkende des Projekts "Fest der Gefühle"



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Projektgrundlagen:

LUSTVOLL – PARTIZIPATIV – ERNST NEHMEN

Das heißt, wir dekonstruieren diese Mainstream-Produktionen und bauen sie mit Brüchen neu zusammen, ohne bestehende Klischees zu reproduzieren. Das heißt, wir nehmen das Genre ernst. Vor allem führen wir niemanden vor. Weder das Publikum, noch die Protagonist_innen, aber auch nicht uns selbst. Wir machen keinen "Musikantenstadl" - wir mischen uns ein. So viele Welser_innen wie möglich sollen sich beteiligen können. Wichtig war uns bei der Konzeption der einzelnen Projekte einen niederschwelligen Zugang zu schaffen. Die beteiligten Verteter_innen von Vereinen und Initiativen repräsentieren einen möglichst großen Querschnitt der Welser Bevölkerung.

Umberto Eco ist überzeugt, dass nicht die populären Medien an sich gut oder schlecht sind, sondern dass die Inhalte überprüft werden müssen. In seinen Augen muss eine aktive Kulturpolitik betrieben werden, die die Verantwortung aus den Händen der allein an den wirtschaftlichen Aspekten interessierten Produzenten in die Hände von Kulturtätigen verlagert. Diese müssen bereit sein, aktiv an der Produktion von Inhalten mitzuwirken, anstatt sich protestierend zurück zu ziehen.

REIZEND! & waschaecht sind überzeugt, dass sowohl in der Schlager & Pophit - Welt als auch in den flankierenden Beiwerken, die uns in millionenfachen Auflagen wöchentlich überfluten, stereotype und tradierte Rollenbilder vermittelt und zementiert werden. Diese reichweitenstarken Produktionen konstituieren die Welt um uns herum mit, und deswegen (be)treffen sie uns alle. Wir forschen mit diesem Projekt, stellen Fragen: Sind diese Hits – als (Massen-) Medienereignisse konzipiert - mediale Anschläge auf unsere emanzipierten "Seelen" (Sleeper-Effect-Theorie), oder erleichtern sie "nur" unseren komplexen Alltag? Welche Lesarten lassen sie zu? Machen sie etwas mit uns? Und wenn ja, was?

Als grundlegendes Selbstverständnis betrachten wir die Integration verschiedener Altersgruppen, sozialer Schichten und Nationalitäten. Das "Fest der Gefühle" ist als soziokulturelles Projekt konzipiert. Im praktischen Sinne ist das die direkte Hinwendung als Kultureinrichtungen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit und zum Alltag. Kultur für Alle, wenn Mensch so will.